Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat das unabhängige Forschungsinstitut IGES im April 2022 mit einem Forschungsvorhaben zur Entbürokratisierung der Pflege in Sachsen beauftragt, um den aktuellen Stand der Digitalisierung und Dokumentationsentlastung in ambulanten, teilstationären sowie vollstationären Pflegeeinrichtungen in Sachsen zu ermitteln.
Im Freistaat Sachsen empfahl die Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ in ihrem im Januar 2019 vorgestellten Bericht unter anderem, den administrativen Aufwand in der Pflege, über die aktuellen Bemühungen der Entbürokratisierung hinaus, deutlich zu reduzieren (Link zum Dokument).
Die Fraktionen CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD stellten im Sächsischen Landtag im Oktober 2020 einen Antrag zum Thema „Potentiale für den Abbau von Bürokratielasten in Gesundheits- und Pflegeberufen erkennen“ (Link zum Dokument). Darin schlagen sie die Beauftragung einer Evaluation zum aktuellen Stand der Implementierung des Strukturmodells sowie zur Nutzung digitaler Arbeitsmittel in Pflegeeinrichtungen im Freistaat Sachsen vor. In ihrer Begründung verwiesen die Antragsteller u. a. darauf, dass in Sachsen im Dezember 2017 nur rund 45 % der Einrichtungen das Strukturmodell nutzten. In der Sitzung des Sächsischen Landtags am 05. November 2020 wurde der Antrag beschlossen und der Staatsregierung übermittelt.
Evaluiert
werden:
die Umsetzung des Strukturmodells (EinSTEP) in Pflegeeinrichtungen,
der Status quo der IT-Struktur,
die Inanspruchnahme von Förderprogrammen zur Digitalisierung sowie
die Erfahrungen der Einrichtungen, der pflegebedürftigen Personen und der Kostenträger mit coronabedingten Aussetzungen bürokratischer Anforderungen.
Zur Zielerreichung werden neben einer Literaturrecherche auch Telefoninterviews sowie (Online-)Befragungen von Pflegeeinrichtungen, beruflich Pflegenden und pflegebedürftigen Personen sowie deren Angehörigen durchgeführt. Weiterhin erfolgen mit Vertreterinnen und Vertretern der Pflegekassen und des Medizinischen Dienstes Fokusgruppenworkshops. Zur Reflexion der Studienergebnisse wird es darüber hinaus einen Reflexionsworkshop mit Expertinnen und Experten der Pflegebranche geben. Der halbtägige Reflexionsworkshop mit dem Auftraggeber sowie mit Einrichtungs- und Verbandsvertreterinnen und -vertretern der Pflege dient vor allem der Validierung der auf Basis der Befragungen von IGES vorläufig gezogenen Schlussfolgerungen sowie der Gewinnung vertiefender Informationen aus der Praxis für die Interpretation der Daten.

Übersicht über die geplanten Projektschritte

Quelle: IGES
Anhand der Studienerkenntnisse werden Schlussfolgerungen zu Entbürokratisierungspotenzialen gezogen und Handlungsempfehlungen für die Politik erstellt. Pflegeeinrichtungen, beruflich Pflegende und Interessierte werden im Studienverlauf auf dieser Projektwebsite über die Studie sowie aktuelle, mit dem Forschungsvorhaben im Zusammenhang stehende Inhalte informiert.

Links zu den Landtagsdokumenten:

Antrag der Fraktionen CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD „Potentiale für den Abbau von Bürokratielasten in Gesundheits- und Pflegeberufen erkennen“ vom 15.10.2020. Sächsischer Landtag 7. Wahlperiode, DRUCKSACHE 7/4248
Bericht der Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ (2019).
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